Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter für KI-Chatbots. Die Anzahl dieser wird sich kurzfristig noch weiter erhöhen. Daher ist es am Beginn deiner Reise auf jeden Fall empfehlenswert, dass du dich mit den drei etabliertesten Lösungen vertraut machst, um herauszufinden, welche dieser für deinen Verwendungszweck am ehesten geeignet ist. Dabei handelt sich um OpenAIs ChatGPT, Microsofts Bing AI sowie Googles Bard.

OpenAIs ChatGPT / ChatGPT Plus

Da ChatGPT als Erstes auf den Markt kam und dementsprechend der Auslöser für den KI-Boom ist, hat das Unternehmen einen gewissen Startvorteil. Diesen hat es bisher exzellent genutzt. Nach wie vor steht es dir frei, die Gratis- oder bezahlpflichtige Plusvariante zu verwenden. Beide Varianten setzen einen ChatGPT-Account voraus, für den du eine Telefonnummer benötigst. Pro Telefonnummer dürfen nicht mehr als drei Accounts registriert werden. Zunächst ist jeder Account kostenlos. Willst du deinen Account für 20 Dollar im Monat auf Plus upgraden, benötigst du in der Regel neben einer Kreditkarte auch etwas Geduld. Aufgrund der hohen Nachfrage kann es durchaus der Fall sein, dass du dich in eine Warteliste eintragen musst, bis OpenAI weitere Plus-Mitglieder aufnimmt. Wann lohnt sich solch ein Upgrade für dich?

Für Alltagsaufgaben, wie einfache Zusammenfassungen, dem Erstellen von Kochrezepten, etc. reicht die Gratisvariante absolut aus. Willst du ChatGPT jedoch beruflich nutzen, hast du mit der Plusvariante einen entscheidenden Vorteil gegenüber jenen, die dies nicht tun. Neben einer bevorzugten Behandlung bezüglich Wartezeiten bietet dir ChatGPT Plus zahlreiche weitere Vorteile. Denn nur in dieser kannst du zusätzlich zum unlimitierten GPT 3.5 ebenfalls die GPT 4 Version nutzen. Dies bedeutet, dass deine Ergebnisse sowohl wesentlich genauer sind als auch viel natürlicher klingen. Ebenso beinhaltet GPT 4 den KI-Bildgenerator DALL-E 3. Dies ermöglicht es dir, mit deinen Prompts Bilder zu gestalten. Darüber hinaus kann GPT 4 auf die Bing-Suche zurückgreifen und somit aktuelle Informationen einbauen, die über den Datenstand von April 2023 hinaus gehen. Derzeit kannst du GPT 4 für 40 Nachrichten pro 3 Stunden nutzen. Weiters bietet dir die Plusvariante einen Zugriff auf diverse Plugins, mit denen du ChatGPT je nach deinen Bedürfnissen spezialisieren kannst. Bist du dazu in der Lage und möchtest selbst an ChatGPT herumtüfteln, bietet die der inkludierte GPT Builder die Möglichkeit, ein Custom-Modell zu erstellen.

Obwohl OpenAI seit September 2023 über ein Büro in Dublin verfügt und somit eine Präsenz in der EU hat, gibt es auch weiterhin datenschutzrechtliche Bedenken. Daher sollte ChatGPT auf keinen Fall mit personenbezogenen oder anderen sensiblen Informationen gespeist werden.

Microsofts Bing AI

Bing AI wurde im Februar 2023 in die gleichnamige Suchmaschine inkludiert und ist dort seither für dich kostenlos nutzbar. Zunächst war der Einsatz von Bing AI exklusiv auf den Microsoft Edge-Browser beschränkt. Seit August 2023 steht es dir jedoch auch frei, Google Chrome zu verwenden. Für den Einsatz in Chrome stehen dir allerdings nur fünf Nachrichten pro Gespräch oder 2.000 Zeichen pro Benutzer zur Verfügung. Je nachdem, was du vorher ausgeschöpft hast. Längere Projekte solltest du deswegen nach wie vor auf Edge durchführen. Grundsätzlich benötigst du keinen Account, um Bing AI zu nutzen. Manche Funktionen, wie das Erstellen von Bildern, sind allerdings nur mit einem kostenfreien Microsoft-Account zugänglich.

Für die Beantwortung deiner Fragen, greift Bing AI auf das kraftvolle GPT 4 zurück, während deine Bildwünsche von DALL-E 3 erfüllt werden. Dabei gibt es dir bei deiner Eingabe die drei Unterhaltungsstile “Kreativ”, “Ausgewogen” und “Genau” als Auswahl. Wählst du “Kreativ” versucht sich Bing AI als Schriftsteller und liefert dir längere Antworten durch die Blume. Der “Ausgewogene” Stil fasst sich in der Regel etwas kürzer und bietet eine gute Mischung aus Kreativität und Genauigkeit, während du mit der “Genauen” Option Antworten bekommst, die ohne Schnickschnack auf den Punkt kommen. Besonders angenehm ist, dass die Antworten in allen drei Stilen die Verlinkungen zu den dafür verwendenden Quellen beinhalten. Trotzdem ist es wie bei jedem KI-Ergebnis wichtig, diese nachzuprüfen. Schließlich ist nicht jede Quelle auf dem letzten Stand oder korrekt.

Bing AI hat kaum Hürden und ist dadurch äußerst nutzerfreundlich. Es ist der nächste logische im Bereich der Suchmaschinen und hat das, zuvor mit wenig Lob überschüttete, Bing aus dem nahenden Ruhestand gerettet. Auch für die Nutzung von Bing AI gilt, dass du bezüglich der Nutzung auf den Datenschutz achten musst und sensible Daten besser nicht preisgibst. Willst du eine Microsoft KI in deinem Beruf nutzen, ist es ratsam Microsoft für eine Firmenlösung zu kontaktieren.

Googles Bard

Zunächst sah es so aus, als hätte die Einführung von ChatGPT das Fundament des Technikgiganten Google ins Wanken gebracht. Investoren und Mitarbeiter drängten auf eine rasche Antwort. Diese erfolgte im März 2023 mit dem Chatbot Bard. Dieser basierte zunächst auf dem hauseigenen Sprachmodell LaMDA. Dieses hinkte bezüglich Sprachgenerierung deutlich hinter GPT 3.5 und GPT 4 hinterher. Damit war Bard in diesem Augenblick nicht die gewünschte ChatGPT-Antwort. Dies änderte sich im Dezember 2023 mit der Einführung von Googles neuen Sprachmodell Gemini.

Gemini lässt nicht nur LaMDA hinter sich, sondern hat auch etliche Vorteile gegenüber GPT 4. Während GPT 4 auf die reine Generierung von Texten optimiert ist, brilliert Gemini durch seine multimodalen Argumentationsfähigkeiten. Dies heißt, dass Gemini für Aufgaben, für deren Bewältigung es grundlegend ist, Informationen aus verschiedenen Quellen zu verstehen und zu verarbeiten sowie überzeugende Argumentationen zu erstellen, besser geeignet ist als jene Chatbots, die auf einem GPT-Modell basieren. Dadurch ist Gemini für alle Branchen mit Kundenkontakt, Wissensübermittlung und Marketing effizienter als die Konkurrenz.

Google brachte drei Versionen von Gemini auf den Markt: Nano für Alltagsaufgaben auf mobilen Geräten, Pro für Kundenkommunikation, Bildung und Marketing, Ultra für Forschung und Entwicklung. Seit Dezember 2023 nutzt Bard die Pro-Version und ist im positiven Sinn nicht mehr wiederzuerkennen. Alles, was du benötigst, um die neue Power von Bard zu testen, ist ein Google-Account. Bard ist nach wie vor kostenlos nutzbar. Es gibt Signale, dass es in Zukunft eine Bezahlfunktion mit zusätzlichen Funktionen geben wird. Wann und ob, ist aber noch unklar. Ebenfalls wird es spannend sein, in welchen Bereichen die anderen Gemini-Versionen zum Einsatz kommen werden. Meiner Meinung nach wird Gemini den Markt transformieren. Trotzdem gilt auch bei Bard: Beachte den Datenschutz und arbeite nicht mit sensiblen Informationen.

Fazit

ChatGPT
  • ChatGPT ist der KI-Chatbot Pionier
  • Die ChatGPT Gratisvariante ist mit GPT 3.5 für Alltagsaufgaben absolut ausreichend
  • Die Plusvariante bietet zahlreiche Vorteile, so etwa GPT 4, DALL-E 3, Bing-Suche und Plugins
Bing AI
  • Bing AI ist kostenlos und in der Microsoft-Suche integriert
  • Es greift auf GPT 4 und DALL-E 3 zurück
  • Es bietet drei Unterhaltungsstile: Kreativ, ausgewogen und genau
Bard
  • Bard basierte zunächst auf dem hauseigenen “schwächeren” Sprachmodell LaMDA
  • Die Einführung des neuen Sprachmodells Gemini hat Bard deutlich verbessert.
  • Dadurch ist Bard für Aufgaben mit multimodaler Argumentationsfähigkeit besser geeignet als GPT 4
  • Bard ist mit einem Google Account kostenlos nutzbar

Augenblicklich ist ChatGPT nach wie vor der führende KI-Chatbot und bietet dir mit seiner Plusvariante einen erheblichen Mehrwert für deinen beruflichen Einsatz. Bing AI ist kostenlos und nutzerfreundlich, in seinen Ergebnissen jedoch nicht so genau wie ChatGPT oder Bard. Bard ist mit der Pro-Version von Gemini ein regelrechtes Kraftpaket und könnte 2024 seinen Weg an die Spitze finden. Datenschutzrechtlich ist im Umgang mit allen drei Unternehmen Vorsicht geboten. All diese Informationen sind natürlich eine Momentaufnahme. Ein Update kann alles ändern, und vielleicht hat OpenAI bereits das nächste GPT-Modell in der Hinterhand.

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